Anna Carewe: Geprägt
von ihrem Vater, dem Dirigenten John Carewe, war die englische Cellistin
Anna Carewe schon in jungen Jahren eine große Verfechterin
der Neuen Musik. Ihr erstes Werk für Cello solo gab sie mit
15 Jahren in Auftrag. Seitdem hat sie unzählige Uraufführungen
als Solistin, mit dem Pianisten Philip Mayers oder in verschiedenen
Gruppen wie dem Ensemble Modern Frankfurt oder dem Ensemble L’art
pour l’art, das die Welt der Experimentalmusik erforscht,
bestritten.
Projekte mit Thomas Hengelbrock, Sergio Azzolini und
Bernhard Forck haben Anna Carewes Interesse an historischer Aufführungspraxis
geweckt. Mit dem Manon Quartett Berlin, das sowohl auf historischen
als auch modernen Instrumenten spielt, war sie zu Gast bei Festivals
in Deutschland, Dänemark, Österreich ("Innsbrucker
Festwochen für Alte Musik") sowie beim "Tanglewood
Music Festival" in den USA, wo es als "Quartet in residence"
eingeladen wurde.
Ganz wichtig für Anna Carewe ist künstlerische
Vielfalt. Sie spielt im Duo mit dem Vibrafonisten Oli Bott. Ihr
(zum Teil improvisiertes) Repertoire reicht von Diego Ortiz (um
1550), Vivaldi und Bach bis zu Jazz-Standards von Miles Davis oder
Duke Ellington sowie zu Kompositionen von Oli Bott und bietet eine
völlig neue Klangwelt. Ihre Gruppe "Panama Hat-Trick“
(zusammen mit ihrer Schwester, der Sängerin Mary Carewe und
dem Pianisten Philip Mayers) spezialisiert sich auf die großen
Musical- und Cabaret-Komponisten des 20. Jahrhunderts.
Anna Carewe war langjährige Solocellistin und
prägende Persönlichkeit des "Ensemble Oriol Berlin".
2007 hat sie das Ensemble verlassen, um sich verstärkt ihren
eigenen Projekten zu widmen - insbesondere dem Sheridan Ensemble,
das ihre sämtlichen musikalischen Interessen unter einem Dach
vereint.
Anna Carewe studierte an der "Royal Academy of
Music" in London bei Florence Hooton und David Strange, wo
sie 20-jährig mit Auszeichnung ihr Konzertexam absolvierte,
bevor sie nach Berlin ging. Dort zählt sie ihren Lehrer Prof.
Wolfgang Boettcher, sowie ihre Zeit als Stipendiatin der Karajan-Akademie
des Berliner Philharmonischen Orchesters zu ihren wichtigsten Einflüssen. |